Orchidee des Jahres 2000

Cephalanthera rubra (L.) L.C.M. Richard

Rotes Waldvöglein

Das rote Waldvöglein kommt in sommerwarmen Lagen in lichten Wäldern, an Waldrändern auf kalkreichem Untergrund vor. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen in Deutschland in den Mittelgebirgen, wo es Mitte Juni bis Mitte Juli blüht. Die attraktive, 30 - 70 cm hohe Pflanze entwickelt sich aus einem unterirdisch kriechenden Rhizom, das erst Anfang Mai die Triebe durch die Erdoberfläche schiebt. Die oft weit geöffneten Blüten werden von solitär lebenden Wildbienen bestäubt, Selbstbestäubung kommt normalerweise nicht vor. Dementsprechend schlecht ist der Fruchtansatz, der unter 20 % liegt. Die Früchte samen im Spätsommer aus, der Fruchtstengel ist hinfällig und im nächsten Frühjahr meist fast völlig verrottet.

Die Variation liegt überwiegend in der Blütenfarbe, die von völlig weiß über rosa bis intensiv rosarot reicht. Außerdem gibt es wie bei anderen, zeitlebens an Bodenpilze gebundene Arten, manchmal Pflanzen, die kein oder nur sehr wenig Chlorophyll haben, und dadurch weiße Blätter und Stengel haben.

Trotz der recht großen Verbreitung ist Cephalanthera rubra ist meist nicht häufig, an den Fundorten kommen fast immer nur wenige Pflanzen vor.

 

Bilder der Art