Ophrys sphegodes Mill. s. str.

Spinnenragwurz
Beschreibung:
Pflanze mit bodenständiger Rosette. Die Sepala sind hellgrün, die Petala fast genauso lang, etwas dunkler gelbgrün gefärbt, manchmal auch bräunlich. Die Lippe ist im dunkelbraun, trägt ein orangebraunes Basalfeld, eingeramt von einer metallisch glänzenden, H-förmigen Zeichnung. Lippe ungeteilt oder auch leicht dreilappig, Seitenlappen und Schulterm deutlich behaart. Sie wächst auf extensiven Wiesen über basischem Grund, Kalk-Halbtrockenrasen, auch in lichten Kiefernwäldern.
Verbreitung:
Überwiegend in den wärmeren Gefilden im Südwesten Deutschlands, von hier ausstrahlend ins Donaugebiet, nach Norden bis nach Zentral-Thüringen.
Gefährdung:
Sie ist die seltenste Ophrys-Art in Deutschland, entsprechend sollten die Vorkommen geschützt werden.
Bemerkungen:
Stammart und kleinblütige Unterart sind nicht immer klar zu trennen. Hinzu kommt, daß an Fundorten, an denen früher nur eine der Unterarten bekannt war, nun auch die andere auftaucht.

Gruppe bühender Pflanzen

 
 
   Blütenvarianz  

 subsp. litigiosa (E. G. Camus) Bech.

Kleine Spinnenragwurz

Ebenfalls von Südwesten her starhlt diese Unterart nach Deutschland aus. Sie hat kein abgrenzbares Verbreitungsgebiet in Relation zur Stammart, sondern kommt sporadisch in deren Verbreitungsgebiet vor.

Sie unterscheidet sich von der Stammart durch kleinere Blüten, die meistens einen breiten gelben Rand tragen, sie hat häufig erheblich mehr Blüten. Am gleichen Fundort blüht sie mindestens 14 Tage früher. Das Laub hat einen stärkeren silbrigen Glanz.

Typischerweise sind auch die Biotope etwas unterschieden. Die kleine Form siedelt häufig auf steinigen Arealen, während die Stammart eher wiesige Bereiche bevorzugt.

 

Einzelblüten und Ähre rechts

 

Blütenstand und Einzelblüten dieser Unterart in typischer Form. Deutlich sichtbar der breite gelbe Rand, die vielen kleinen Blüten, die sie relativ hochwüchsig erscheinen läßt.