Rasterkarten-Darstellung

Von Ehrendorfer & Hamann (1965) wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit zur Darstellung der Flächenverbreitung eine Rasterkartenbasis eingeführt, 1968 folgte die erste gedruckte Kartierungsanleitung speziell für die Bundesrepublik Deutschland (Ellenberg, Haeupler, Hamann, 1968). Diese Form hat sich mittlerweile in vielen anderen Arbeiten bewährt. Alle Meßtischblätter werden als Quadrate dargestellt, wodurch sich eine nach Norden hin zunehmende, absolut aber nur geringe Flächenverzerrung ergibt. Die aktuelle Orchideenkartierung, wie auch die allgemeine floristische Kartierung in Deutschland basiert auf diesem Rasterschnitt.
Die abgebildeten Einzelpunkte repräsentieren jeweils 1 Meßtischblatt, gleichbedeutend einer Fläche von 1/10° geographischer Länge und 1/6° geographischer Breite, im Mittel etwa 128 Quadratkilometer als kleinster Flächenbasis.
Das Kartierungsgebiet umfaßt insgesamt 3011 Meßtischblätter. Etwa 100 von den erfaßten 3011 MTB sind aber Randgebiete, die oft nur kleine Zipfel des Gebietes anschneiden. Deshalb konnten nur in 2909 MTB Orchideen nachgewiesen werden.

 

 

C.F. Gauß (1777 - 1855), Mathematiker aus Göttingen, allgemein bekannt vom 10 DM-Schein.

Geodätische Grundlagen

Das Grundproblem jeglicher Kartographie ist die Tatsache, daß eine dreidimensionale Oberfläche mit annähernd Kugelgestalt, nämlich die der Erde, zweidimensional auf eine Kartenebene abgebildet werden muß. Hierbei soll die Längen-, Winkel- und Flächentreue der Abbildung aus praktischen Gründen möglichst gewahrt werden. Ein solches Verfahren zur Abbildung eines Punktes der Erdoberfläche auf einer Karte stammt in den Grundzügen von C.F. Gauß (1777 - 1855), modifiziert von L. Krüger (1857 - 1923), weshalb man von sogenannten Gauß-Krüger-Koordinaten spricht.
Gauß-Krüger-Koordinaten sind ebene, rechtwinklige Koordinaten, die zweidimensional aus einem Rechtswert und einem Hochwert bestehen. Die Kugeloberfläche der Erde wird in parallele Streifen in Ausrichtung von Nord- zu Südpol eingeteilt. Zur Vermeidung zu hoher Abbildungsverzerrungen dürfen die Rechtswerte bestimmte Beträge nicht überschreiten. Es wurden daher Abbildungsstreifen mit einer seitlichen Ausdehnung von drei Längengraden als Meridianstreifen festgelegt, deren Mittelmeridiane für Deutschland bei 6°, 9° und 12° Länge liegen. Der Rechtswert eines Punktes ergibt sich aus dem senkrechten Abstand vom Mittelmeridian des Abbildungsstreifens. Zu diesem Wert wird eine Konstante addiert, um immer positive Werte zu erhalten. Der Hochwert ist der Abstand des Punktes vom Äquator, gemessen entlang des Mittelmeridians.

Kartierungsarbeit in den AHO

Mittlerweile wurden von allen AHO (Arbeitskreise Heimische Orchideen) der alten Bundesländer Kartierungen der Orchideen vorgelegt, von den neuen Bundesländern von Thüringen und Sachsen-Anhalt. Überregoinal ist aber für alle neuen Bundesländer eine Rasterkartierung aller Gefäßpflanzen in Form des Atlas der Gefäßpflanzen Mitteldeutschlands erschienen. Auf diesen Karteirungsergebnissen basieren die hier vorgelegten Karten.

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