Dactylorhiza traunsteineri (Saut. ex Rchb.) Soó

Traunsteiners Knabenkraut
Beschreibung:
Schlanke Pflanze, relativ kurze, lanzettliche, gefleckte Blätter überwiegend bodennah am Stengel verteilt, Stengel oberwärts rot überlaufen. Blüten locker angeordnet, alle Blütenteile tief rotviolett, Lippe mit schwarzroter Schleifenzeichnung, nur angedeutet dreiteilig mit zugespitztem Mittellappen, Sporn dick, kürzer als der Fruchtknoten, waagerecht bis abwärts gerichtet.
Verbreitung:
Art mit Verbreitung in den Endmöränen-Sümpfen im Alpenvorland und ähnlichen Biotopen innerhalb der Alpen.
Gefährdung:
Solange die Lebensräume nicht verändert werden, besteht keine Gefährdung.
Bemerkungen:
Eine Art, über die wohl mehr als über alle anderen Dactylorhiza-Arten geschrieben wurde, vor allem deshalb, weil immer wieder Funde morphologisch ähnlicher Sippen aus anderen Gebieten gemeldet wurden.

Pflanzen im Biotop

 

 Blütenstand  Biotop der Art

 

 Probleme der Abgrenzung zu verwandten Sippen

In Scandinavien gibt eine dort verbreitete Sippe, als Dactylorhiza curvifolia (russowi) bezeichnet, wobei in Deutschland in heterogenen Popuationen aus mehreren anderen Arten der Gattung Dactylorhiza gelegentlich ähnliche Pflanzen (in wenigen Exemplaren) auftreten. Es entspricht einem unsinnigen Artverständnis, solche Einzelpflanzen als einer anderen Art zugehörig anzusprechen. Dies ist aber immer wieder geschehen, wodurch die Vielzahl von historischen Meldungen für diese Art über ganz Deutschland verteilt zu verstehen sind. Es handelt sich ausnahmslos um Pflanzen, die bei hybridogenem Ursprung das Erscheinungsbild der Dactylorhiza traunsteineri oder auch der nördlichen Dactylorhiza curvifolia, die sicher nah verwandt ist, in einigen Merkmalen imitieren.

Allerdings gibt es in einigen Mooren in der Pfalz homogene Populationen, die (bei ähnlichen ökologischen Bedingungen) aus morphologisch weitgehend Dactylorhiza traunsteineri entsprechenden Pflanzen bestehen. Sie werden vorläufig auch in der Kartierung unter dieser Art geführt.

Dactylorhiza russowi, Gützkow"  Foto: M. Merten